Wilderness Road

Schwedens wilde Traumstraße durch die Einsamkeit


Wer Schweden abseits der großen Städte erleben möchte, findet auf der Wilderness Road genau das, was viele mit Skandinavien verbinden: endlose Wälder, einsame Seen, weite Landschaften und Straßen, auf denen minutenlang kein anderes Fahrzeug entgegenkommt.


Die Strecke gehört für mich zu den interessantesten Routen für eine Reise durch Schweden. Nicht, weil hinter jeder Kurve eine klassische Sehenswürdigkeit wartet, sondern weil hier der Weg selbst das Ziel ist.


Gerade mit dem Wohnmobil ist die Wilderness Road ideal, um langsam zu reisen, Fotostopps einzulegen und dort anzuhalten, wo die Landschaft gerade besonders interessant aussieht.



Eine Straße mitten durch die schwedische Wildnis


Schon nach den ersten Kilometern merkt man, dass diese Strecke anders ist.


Die Ortschaften werden kleiner, der Verkehr nimmt deutlich ab und irgendwann dominieren nur noch Wald, Wasser und Himmel.


Dazwischen liegen immer wieder kleine Schotterstraßen, Rastplätze und Wege, die irgendwo in der Landschaft verschwinden.


Genau das macht den Reiz aus.


Man fährt nicht von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, sondern entdeckt unterwegs ständig neue Motive.


Ein stiller See.


Eine alte Holzhütte.


Nebel über einem Moor.


Eine einsame Straße, die kilometerweit durch den Wald führt.


Für Fotografen ist das beinahe perfektes Terrain.




Kein Zeitplan – einfach fahren


Die Wilderness Road sollte man meiner Meinung nach nicht unter Zeitdruck fahren.


Natürlich kann man große Teile der Strecke relativ schnell zurücklegen. Damit würde man aber genau das verpassen, was die Route besonders macht.


Viel besser ist es, immer wieder anzuhalten.


Manchmal reicht ein kleiner Parkplatz am Straßenrand. An anderen Stellen lohnt es sich, eine Nebenstraße zu nehmen und einfach zu sehen, wo sie hinführt.


Gerade früh morgens oder am Abend verändert sich die Landschaft vollständig.


Wenn die Sonne tief steht und der Nebel zwischen den Bäumen hängt, entstehen Bilder, die man mittags wahrscheinlich einfach übersehen hätte.




Perfekt für Fotografen


Für NordicFocus ist die Wilderness Road eigentlich wie gemacht.


Es gibt nicht den einen Fotospot, sondern hunderte mögliche Motive entlang der Strecke.


Besonders interessant sind:


  • lange Straßen durch dichte Wälder

  • Seen mit Spiegelungen

  • einzelne Holzhäuser und Hütten

  • Nebel am frühen Morgen

  • Schotterpisten

  • Fjälllandschaften

  • Flüsse und kleine Wasserfälle

  • Tiere am Straßenrand

  • Sonnenuntergänge über den Seen


Ich würde hier besonders häufig mit dem Weitwinkel fotografieren.


Eine Straße, die im Vordergrund beginnt und in der Ferne verschwindet, erzeugt sofort Tiefe im Bild.


Auch ein Fahrzeug kann bewusst in die Aufnahme eingebaut werden. Dadurch bekommt das Foto einen deutlichen Reisecharakter und erzählt wesentlich mehr als eine reine Landschaftsaufnahme.




Das Wohnmobil als Teil des Motivs


Gerade auf solchen Strecken gehört für mich das Fahrzeug zur Geschichte.


Ein Wohnmobil irgendwo auf einer einsamen Straße mitten in Schweden zeigt sofort, worum es bei dieser Art zu reisen geht.


Nicht nur ankommen.


Unterwegs sein.


Deshalb werde ich versuchen, meinen eigenen Wagen regelmäßig bewusst in die Aufnahmen einzubauen.


Von hinten auf einer Schotterstraße.


An einem See.


Zwischen hohen Bäumen.


Oder abends an einem ruhigen Übernachtungsplatz.


Solche Bilder eignen sich später nicht nur für Blogbeiträge, sondern auch sehr gut für Social Media, Kalender oder Videos.




Freistehen und Ruhe genießen


Einer der größten Vorteile solcher Regionen ist die Ruhe.


Abseits der bekannteren touristischen Ziele findet man immer wieder Plätze, an denen man für eine Pause oder eine Nacht stehen kann.


Natürlich sollte man dabei Rücksicht nehmen.


Keine Zufahrten blockieren, keinen Müll hinterlassen und sensible Naturflächen vermeiden.


Gerade diese Orte funktionieren nur so lange, wie Besucher vernünftig mit ihnen umgehen.


Wer sich entsprechend verhält, bekommt dafür etwas, das in Mitteleuropa immer schwieriger zu finden ist:


echte Ruhe.


Abends am See sitzen, etwas essen und außer Wind und Vogelstimmen nichts hören – für mich gehört genau das zu einer Skandinavienreise dazu.




Tiere entlang der Strecke


In den abgelegenen Regionen Schwedens sollte man besonders morgens und abends aufmerksam fahren.


Elche und andere Wildtiere können jederzeit auf oder neben der Straße auftauchen.


Für Fotografen ist das natürlich interessant.


Für Autofahrer allerdings nicht ungefährlich.


Deshalb gilt insbesondere in der Dämmerung: Geschwindigkeit reduzieren und immer damit rechnen, dass plötzlich ein Tier aus dem Wald kommt.


Die Kamera sollte dabei griffbereit liegen – aber fotografiert wird natürlich erst, wenn das Fahrzeug sicher steht.




Schotterstraßen gehören dazu


Wer in Schweden abseits der Hauptstraßen unterwegs ist, wird früher oder später auf Schotter treffen.


Für mich gehört das zum Erlebnis.


Die meisten dieser Straßen sind bei vernünftiger Fahrweise problemlos befahrbar.


Mit einem großen Wohnmobil sollte man allerdings nicht jede kleine Waldstraße ausprobieren.


Vor allem bei Gegenverkehr können schmale Strecken schnell interessant werden.


Auch Äste, weicher Untergrund oder fehlende Wendemöglichkeiten sollte man im Hinterkopf behalten.


Wenn eine Straße zu eng aussieht, drehe ich lieber um, bevor daraus ein echtes Problem wird.




Wetter gehört zur Landschaft


Auf einer solchen Strecke würde ich mich nicht zu sehr über schlechtes Wetter ärgern.


Gerade Regen, Nebel und dunkle Wolken machen die Landschaft fotografisch oft erst richtig interessant.


Ein blauer Himmel ist schön.


Aber eine einsame Straße unter schweren Wolken erzählt wesentlich mehr Geschichte.


Deshalb werde ich auf dieser Tour die Kamera auch bei schlechtem Wetter griffbereit halten.


Manchmal entstehen die besten Bilder genau dann, wenn man eigentlich überhaupt keine Lust hat auszusteigen.

ajanssen
Author: ajanssen